7. Juli 2021
Rhododendronpark Hobbie

Kultur und Aktivierungsmaßnahmen

Die Reihe meiner Betriebsbesichtigungen führte mich diesmal nach Westerstede, wo der Bildhauer Dipl.-Art.(FH) Peter Kärst als privater Bildungsträger Qualifizierungs- und Aktivierungsmaßnahmen für Menschen aus verschiedenen Nationen und Altersgruppen anbietet, um ihnen damit die Eingliederung ins normale Leben zu ermöglichen.

Die Bildungsstätte an der Kuhlenstrasse 42 in Westerstede bietet mit einem kleinen Team für unterschiedliche Zielgruppen – hauptsächlich für Flüchtlinge und Migranten – Bildungsangebote an: Grundlagen Metallverarbeitung, Schweißtechnik, berufliche Qualifizierung im Bereich Metall, Einzelcoaching, zielgerichtetes Arbeiten, Beratung und Hilfe bei persönlichen Problemen, Berufs- und Ausbildungsberatung, Bewerbertraining, Stützunterricht Deutsche Sprache, aber zum Beispiel auch Einzelmaßnahmen zur Begleitung in der Arbeitswelt und Stabilisierung bei einer Beschäftigungsmaßnahme. „Engagement ist mein Verständnis von Gesellschaft. Man nimmt die Gesellschaft täglich in Anspruch, da sehe ich für mich auch die Pflicht, etwas zurückzugeben“, ist das Credo von Peter Kärst.

Total spannend, was der Künstler als kleiner Bildungsträger in der Kreisstadt auf die Beine stellt. Dass bei ihm der Mensch im Vordergrund steht, konnte ich in jeder Minute erleben. Als ich zu Besuch war, hatten gerade fünf Flüchtlinge Deutschunterricht, der ihnen augenscheinlich Spaß machte. Peter Kärst führte mich durch große Hallen, in denen die Schweiß-Angebote stattfinden, und in einen Seminarraum, der mit einem Laser-Cutter ausgestattet ist. Mit dessen Hilfe können kreative Ideen mit unterschiedlichen Materialien umgesetzt werden können. Peter Kärst hält gerade dieses Angebot für Frauen für sehr geeignet. Im Moment befinden sich fast ausschließlich Männer in den Maßnahmen. Das Kärst-Team würde sich sehr wünschen, wenn auch Teilnehmerinnen das Angebot wahrnehmen würden.

Schließlich wurden mir auch noch einige Kunstwerke für den öffentlichen Raum gezeigt, die zum Teil mit Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstellt wurden bzw. die er in Planung hat, wie z.B. eine Bushaltestelle. In anderen Landkreisen sei er mit dem Aufstellen dieser Kunstwerke bereits im Gespräch, im Ammerland sei ihm das noch nicht gelungen, so Peter Kärst.