„Politik muss glaubwürdig sein – in turbulenten Zeiten mehr denn je“. (Karin Harms)

Ich möchte nicht laut tönen, sondern seriös sagen, welche Ziele ich im Blick habe und was meiner Ansicht nach machbar ist.
Meine Ziele, für die ich mich als Landrätin einsetze:

1. VEREINSARBEIT UND EHRENAMT UNTERSTÜTZEN UND WERTSCHÄTZEN.

Was wären wir ohne die vielen Vereine wie zum Beispiel die Feuerwehr, Musikkapelle, Sportvereine oder Nachbarschaftshilfe? Vereine stärken den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Die vielen motivierten und engagierten ehrenamtlich Tätigen leisten einen wertvollen Beitrag zum herzlichen Miteinander. Es entstehen Projekte, die mit Enthusiasmus umgesetzt werden, die von den Gemeinden sonst weder personell noch finanziell leistbar wären.

Wir alle merken gerade jetzt in dieser schwierigen Phase wie sehr uns die Gemeinschaft fehlt, das gemeinsame Miteinander wie Veranstaltungen, Feste, gemeinsamer Sport und vieles mehr. Der aktuelle Stillstand gerade im Ehrenamt und zwischenmenschlichem Miteinander macht mich betroffen! Ich hoffe sehr, dass in absehbarer Zeit alle Ehrenamtlichen ihre Arbeit im Verein wieder erfolgreich aufnehmen und fortsetzen können!

Als Landrätin für das Ammerland ist mir der intensive Austausch mit Ihnen, liebe ehrenamtlich Engagierten und Vertreterinnen und Vertretern der Vereine, sehr wichtig. Politik lebt vom Zuhören und Zusammenarbeiten. So habe ich es in meinem Berufsleben bisher gehalten und so will ich es auch als Landrätin tun.  Gemeinsam mit Ihnen möchte ich Projekte zu Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfestellungen für Vereine und Ehrenamtliche entwickeln.

2. DIGITALISIERUNG / FLÄCHENDECKENDE BREITBANDVERSORGUNG

Eine schnelle Internetverbindung ist im ländlichen Raum wichtig, um Arbeitsplätze zu erhalten, neue Betriebe anzusiedeln und die Lebensqualität zu verbessern. Der Landkreis Ammerland ist hier bereits vorbildlich unterwegs. 

Mit einem Breitbandbeauftragten möchte ich die Digitalisierung weiter vorantreiben, damit Unternehmen in der Region gut und zukunftsfähig aufgestellt sind und wettbewerbsfähig bleiben.

Ich verstehe die Verwaltung des Landkreises Ammerland als Dienstleister. So ist eines meiner Anliegen als Landrätin, zu prüfen, welche Bereiche der Verwaltung des Landkreises Ammerland noch besser digital aufgestellt werden können. Ziel soll sein, dass die Ammerländerinnen und Ammerländer möglichst viele ihrer Anliegen beim Landkreis – wie z.B. die Zulassung eines KFZ – von Zuhause per Computer erledigen können. Das beschleunigt nicht nur Verwaltungsverfahren, sondern schont auch die Umwelt, da zeitaufwendige Fahrten zur Landkreisverwaltung entfallen.

3. KLIMA- UND UMWELTSCHUTZ

Klima- und Umweltschutz ist zu einer unserer größten Herausforderungen geworden. Wir müssen alles dafür tun, um unsere Welt und natürlich auch insbesondere unsere Heimat für unsere Kinder, Enkelkinder und alle weiteren nachfolgenden Generationen lebens- und liebenswert zu erhalten.

Gebäudesanierungen und Neubauten sollten nach modernen Energiestandards umgesetzt werden. Der Landkreis Ammerland setzt alles daran, seinen Strom selbst zu produzieren, die Energieerzeugung über Photovoltaik auszubauen und die Möglichkeiten der Windenergie, wo möglich, zu nutzen. Für den Klima- und Umweltschutz müssen wir alle an einem Strang ziehen. Das Ziel ist der Weg!

Gemeinsam mit den zum Teil schon beschäftigten Klimaschutzmanagerinnen und -managern der Gemeinden wird das bestehende Klimaschutzkonzept aktualisiert und ausgebaut, um dann Maßnahmen gezielt umzusetzen. Auch die Beteiligung von Jugendlichen im Sinne der „Fridays for future“- möchte ich ermöglichen.

Als Landrätin setze ich mich dafür ein, mehr Bewusstsein für regionale und ökologische Produkte in Zusammenarbeit mit der ammerländischen Landwirtschaft und den Naturschutzverbänden zu schaffen.

Das Ammerland ist eine ländliche Region. Die Zeiten für die Landwirtschaft sind hart. Als Landrätin ist es mir wichtig, einen vernünftigen Ausgleich zwischen den durchaus widerstreitenden Interessen zu erreichen. Der niedersächsische Weg hält Herausforderungen und Chancen bereit, die es gemeinsam zu meistern gilt!

Nicht zuletzt gilt es, für den Bau der A 20 Ausgleichsflächen zu schaffen und sich aktiv für den Moorschutz und die Wiedervernässung der Moore einzusetzen.

4. WIRTSCHAFT

Einige Bereiche der regionalen Wirtschaft haben unter der Covid-19-Pandemie stark gelitten und leiden noch, wie z.B. die Gastronomie und auch die Tourismusbranche. Hier gilt es mit den Akteuren zusammen nach Möglichkeiten zu suchen, um diese Bereiche nachhaltig zu stärken, die Krise zu überwinden und die Wirtschaft insgesamt wieder in die Gewinnzone zu führen. Je stärker die Wirtschaft, desto besser die Arbeitsmarktsituation. Davon profitieren letztlich alle Ammerländerinnen und Ammerländer. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Ammerland auch in Zukunft attraktiv für die Ansiedlung neuer Unternehmen ist.

5. Gesundheit

Der Landkreis Ammerland verfügt bereits über sehr leistungsfähige Kliniken und ein sehr gutes Angebot mit dem Klinikzentrum Westerstede – bestehend aus der Ammerland-Klinik und dem Bundeswehrkrankenhaus -, der Karl-Jaspers-Klinik, dem Rehazentrum am Meer und der Mutter-Vater-Kind-Klinik für Prävention und Rehabilitation in Wiefelstede. Der Erweiterungsbau der Ammerlandklinik ist ein weiterer wichtiger Schritt.

Auch in anderen Bereichen bestehen noch viele Möglichkeiten, die ländlich Gesundheitsversorgung zu verbessern, z.B. durch Digitalisierungsprojekte im Gesundheitssektor. Videosprechstunden, gesicherter Datenaustausch zwischen behandelnden Akteuren oder Gesundheitseinrichtungen – das würde für dem Einzelnen Einiges erleichtern, Gesundheit fördern und Bürokratie abbauen. Als Landrätin werde ich mich für innovative soziale Projekte im Gesundheitsbereich stark machen.

Ich bekenne mich zur Ammerlandklinik in Trägerschaft des Landkreises Ammerland. Eine Privatisierung wird es mit mir nicht geben.

6. INFRASTRUKTUR STÄRKEN UND AUSBAUEN

Eine gute Infrastruktur ist wichtig, um unsere Region weiter auf Erfolgskurs zu halten.

Neue Linienangebote und eine engere Taktung des ÖPNV steigern die Attraktivität des Nahverkehrs. Ob und wie sich dies umsetzen lässt, müssen Verkehrsgutachten untersuchen. Vielleicht kann das Busfahren mit Hilfe von Apps und Handy-Tickets nutzerfreundlicher gestaltet werden.

Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit will ich als Ihre Ländrätin prüfen, ob neue Taktungen beim Bahnverkehr Verbesserungen bringen. Neue Park & Ride-Plätze in den Gemeinden und Ladesäulen für E-Autos auf eigenen Liegenschaften zählen zu weiteren möglichen Maßnahmen in diesem Bereich.

Das Radwegenetz im Ammerland ist erfreulicherweise bereits sehr gut ausgebaut. Aber auch hier sollten der Landkreis und die Gemeinden nicht ruhen, mit Hilfe, Ideen und Rückmeldungen sowohl von Bürgerinnen und Bürgern als auch Touristen weiter für Verbesserungen zu sorgen, um die Radmobilität – auch unter besonderer Berücksichtigung der extrem steigenden Anzahl von E-Bikes bzw. Pedelecs – weiter zu steigern.

7. JUNGE MENSCHEN AN POLITIK HERANFÜHREN

Politische Bildung ist wichtig, um jungen Menschen nahezubringen, wie eine demokratische Gesellschaft funktioniert. Sie lassen sich für Politik begeistern, wenn sie gehört und ernst genommen werden.

Als Ihre Landrätin freue ich mich, junge Menschen durch gezielt geförderte Projekte an Schulen für Politik in der Region zu gewinnen, um Ihnen zu zeigen, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich dadurch bieten. Sie können so ihren eigenen Landkreis von einer ganz anderen Seite entdecken und erkennen, wie sich eigenes Engagement auf das direkte Umfeld auswirkt.

8. BERUF UND FAMILIE LEICHTER VEREINBAREN

Je besser sich Beruf und Familie vereinbaren lassen, desto glücklicher die Beteiligten und desto besser auch die Arbeitsleistung, also eine echte win-win-Situation.

Sollen Familie, Partnerschaft, die Erziehung von Kindern sowie die Pflege von Angehörigen gelingen, sind die Rahmenbedingungen wichtig. Durch die Covid-19-Pandemie hat zum Beispiel die Arbeit im Homeoffice einen großen Schub erfahren. Oft sind sehr positive Erfahrungen gemacht worden.

Diese sollten über die Pandemie hinaus fester Bestandteil der Rahmenbedingungen werden. Eine Evaluation der aus der Verlegenheit ergriffenen Maßnahmen sollte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erfolgen, um daraus feste Programme für familienfreundliche Maßnahmen entwickeln zu können. Als Landrätin setze ich mich für einen regelmäßigen Austausch von Unternehmen der Region in dieser Frage ein. Der Landkreis Ammerland selber soll dabei als Vorbild dienen.

9. BESTE BILDUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR JEDE GENERATION

Bildung in jedem Alter ist die beste Investition in sich selbst und in eine starke Gesellschaft. Lebenslanges Lernen hält uns nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit.

Mit WLAN und Glasfaseranschlüssen müssen Schulen im Landkreis digital gut aufgestellt sein. Mit mir als Landrätin wird der Landkreis Ammerland Sonderprojekte an Schulen zu Themen wie „Nachhaltigkeit“ oder „Soziales Engagement“ unterstützen.

Im Landkreis Ammerland gibt es einen großen Anteil an Bürgerinnen und Bürgern, die älter als 65 Jahre sind. Als Landrätin setze ich mich dafür ein, auch dieser Gruppe attraktive Bildungsangebote zu unterbreiten. Der Seniorenplan für den Landkreis Ammerland bietet hier Handlungsempfehlungen, die es zu evaluieren gilt. Als Landrätin setze ich mich dafür ein, auf die Umsetzung dieser Handlungsempfehlungen zu drängen und weitere innovative Ideen unter Beteiligung der Zielgruppe zu entwickeln und mit den Gemeinden umzusetzen.

10. KUNST UND KULTUR RAUM GEBEN

Die kulturelle Vielfalt in der Region ist groß. Durch die Pandemie hat diese kulturelle Vielfalt sehr gelitten. Als Landrätin werde ich mich dafür einsetzen, dass diese Vielfalt wieder entsteht und die Bürgerinnen und Bürger transparent über das kulturelle Angebot im Landkreis informiert werden. Das stärkt auch die Künstlerinnen und Künstler.

Um Kunst und Kultur im Landkreis mehr Raum zu geben und zu würdigen, könnten zum Beispiel regelmäßig Kulturpreise verliehen werden.

11. SORGSAM MIT ÖFFENTLICHEN MITTELN UMGEHEN

Der Landkreis Ammerland gilt bundesweit als Vorzeige-Landkreis! Das soll auch so bleiben! Ein ausgewogener Haushalt muss stets ein wichtiges Ziel politischen Handelns sein.