2. September 2021
Rhododendronpark Hobbie

Großartige Unterstützung durch „Runden Tisch“

Auf Einladung von Reinhold Wiehebrink, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich war bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, habe ich zusammen mit SPD-Ratsherr Hans Fittje und Ariane Joost, SPD-Kandidatin für den Gemeinderat, sowie Thomas Apitzsch und Margaretha Kurmann (UWG) dem Runden Tisch in Edewecht einen Besuch abgestattet. Seit 2015 besteht der Runde Tisch für Flüchtlinge in der Gemeinde. Neben einigen Flüchtlingen nahmen außer Gastgeber Wiehebrink auch Hella Fittje-Oltmanns, Edwina Treptow-Stickan, Edith Mehrens und Jack Morin von den ehrenamtlichen Helfern teil.

Während des ausgiebigen Informationsgespräches haben uns Flüchtlinge unter anderem geschildert, wie sie von den Ehrenamtlichen des Runden Tisches unterstützt wurden. Einheitliches Credo: „Reinhold Wiehebrink und Hella Fittje-Oltmanns haben sehr viel geholfen. Ohne sie hätten wir es nicht geschafft.“

Die Bilanz der begleitenden und beratenden Arbeit der Betreuer kann sich wahrlich sehen lassen: Fast alle anwesenden Migranten haben ihren Schulabschluss geschafft, einer ist gerade dabei. Mit großem Erfolg wurden auch Ausbildungen bei der Firma Haskamp, Edewecht, beendet. Einer der Anwesenden ist dort jetzt als Vorarbeiter beschäftigt, ein anderer war Jahrgangsbester der Auszubildenden. Zur Erfolgsbilanz des Runden Tisches gehören aber auch Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene, ein Angebot, um das sich insbesondere Edith Mehrens verdient gemacht hat.

Besonders beeindruckt haben mich zwei Frauen aus Afghanistan. Beide hatten in ihrer früheren Heimat nur eine geringe Schulbildung erfahren, aber inzwischen haben beide – obwohl sie sich auch um ihre kleinen Kinder zu kümmern hatten – Deutsch gelernt und ihren Hauptschulabschluss geschafft. Die eine ist jetzt sogar mit drei kleinen Kindern in einer Ausbildung zur Pflegeassistentin, die andere sucht noch nach der passenden beruflichen Perspektive. Für mich ist das eine großartige Leistung und ein Riesenschritt zur Integration. 

Beklagt wurde in dieser Runde auch die Wohnungsnot in der Gemeinde. Es mangele an großen Wohnungen, zum Beispiel für Familien mit sieben Kindern. Mangel herrsche aber auch an bezahlbarem kleinerem Wohnraum. So sucht der als Vorarbeiter bei der Firma Haskamp tätige Mann für sich und seine Frau schon seit Längerem vergeblich eine Wohnung in Edewecht. Er möchte den Ort auch nicht verlassen, weil er hier die Unterstützung findet, die er benötigt und mittlerweile hier mit seiner Frau gut integriert sei.

Einen Lichtblick gibt es bei den Deutschkursen in Edewecht. Nachdem diese vor Ort weggebrochen waren und ein entsprechendes Angebot nur noch in Oldenburg vorgehalten wurde (was aber gerade für Frauen nicht machbar ist wegen der begrenzten Zeit, in der sie ihre Kinder beaufsichtigen lassen können), gibt es ab September einen Deutschkursus für Frauen (9 Stunden wöchentlich) mit Kinderbetreuung vor Ort, organisiert von der Evangelischen

Erwachsenenbildung Ammerland. Es handele sich dabei um die Fortsetzung eines Kurses, der im Dezember 2020 abgebrochen werden musste und jetzt auf dem Niveau A2.2/B1 ist. Das heißt, für Alphabetisierung und Anfänger gibt es in der Gemeinde derzeit keine Kurse.

Enttäuscht hat den Runden Tisch und insbesondere Reinhold Wiehebrink die Art und Weise, wie die Gemeinde (der zuständige Ausschuss) den Antrag auf eine Stelle für eine/n Sozialarbeiter/in zur Begleitung von schwer traumatisierten Flüchtlingen abgelehnt hat. Auch die Ehrenamtlichen könnten in der Hinsicht professionelle Unterstützung brauchen, hieß es. Die Schicksale führen auch bei ihnen zu schlaflosen Nächten.